“Irgendwas mit Kultur” – Interview mit Vincent Büsch, Flensburger Schifffahrtsmuseum

Lieber Vincent, herzlichen Dank, dass Du bei meiner kleinen Interview-Reihe “Irgendwas mit Kultur” dabei bist. Dich habe ich als Vollblut-Kultur-Mensch kennengelernt, umso spannender finde ich Deinen Werdegang und Deine Arbeit im Flensburger Schifffahrtsmuseum. Die Schifffahrt ist ein ganz anderes Spektrum, was die Museumsarbeit angeht. Im Vergleich zu Kunstmuseen stelle ich mir auch die Themenschwerpunkte ganz anders vor. Weil ich so neugierig bin, legen wir direkt los!

WW: Welche drei Begriffe kennzeichnen Dich und Deine Arbeit?

VB: Recherche, Organisation, Kommunikation

WW: Was hast Du studiert und wo?

VB: Ich habe Geschichte und Kunstgeschichte an der FU Berlin studiert. Als ERASMUS-Student war ich ein Jahr in Bergen (Norwegen).

WW: Wolltest Du schon zu Beginn Deines Studiums im Museum arbeiten? Wie kam es dazu?

VB: Direkt nach dem Abi (1999) war ich am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg als Regiehospitant und Kleindarsteller engagiert. Nebenbei habe ich mich an Schauspielschulen beworben. Als ich angefangen habe zu studieren (2002), hatte ich noch nicht daran gedacht, am Museum zu arbeiten, sondern habe nebenbei immer noch an Theaterprojekten mitgearbeitet. Meine erste Begegnung mit dem Museum war, als ich in Norwegen als studentische Hilfskraft bei einer Ausstellung mitgeholfen habe. Als ich dann keine Lust mehr hatte, am Theater zu arbeiten, war ich froh, wieder ans Museum zu kommen.

WW: Wo machst Du Dein Volontariat?

VB: Ich absolviere mein Volontariat am Flensburger Schifffahrtsmuseum.

Flensburger Schifffahrtsmuseum http://www.schiffahrtsmuseum.flensburg.de/ Bild: Flensburger Schifffahrtsmuseum

Flensburger Schifffahrtsmuseum
http://www.schiffahrtsmuseum.flensburg.de/
Bild: Flensburger Schifffahrtsmuseum

WW: Was ist in Deiner Kultureinrichtung zu sehen? (Gibt es Ausstellungsschwerpunkte?)

VB: Wir sind das familienfreundliche maritime Erlebnismuseum im Deutsch-dänischen Grenzgebiet. Im Museum thematisieren wir u.a. die Hafen- und Handelsgeschichte Flensburgs. In der Technikhalle kann man sehen, wie Dampf- und Dieselmotoren funktionieren und bekommt Einblicke in das Leben an Bord. Ein wichtiger Teil der Dauerausstellung ist die Westindienabteilung. Flensburg galt und gilt als Rum-Stadt. In der Abteilung erfährt der Besucher etwas über die geschichtlichen Hintergründe des Kolonialhandels des dänischen Königreiches (Fl. war bis 1864 dänisch regiert), aber auch etwas über die Zucker- und Rumproduktion und die städtebauliche Spuren, die der Westindienhandel in Flensburg hinterlassen hat. Ein weiterer Teil der Ausstellung zeigt die Themen Schiffbau und Fördeschiffahrt. Im Jahr zeigen wir drei bis vier Sonderausstellungen.

WW: In welchem Bereich machst Du Dein Volontariat?

VB: Da das Museum sehr klein ist (außer mir zwei weitere wissenschaftliche Mitarbeiter) bekomme ich in alle Bereiche einen Einblick. Speziell betreue ich im Rahmen eines von der EU geförderten INTERREG Projektes die Zusammenarbeit deutscher und dänischer Museen und Vereine, die sich mit der Geschichte der Seefahrt beschäftigen, im Netzwerk Maritimes Erbe. (Siehe www.maritimeserbe.eu) Zu meinem Volontariat gehörte auch eine Ausstellung zur Geschichte des Segelsports.

Vincent Büsch in seiner Segel-Ausstellung im Flensburger Schifffahrtsmuseum.  Bild: Flensburger Schifffahrtsmuseum.

Vincent Büsch in seiner Segel-Ausstellung im Flensburger Schifffahrtsmuseum.
Bild: Flensburger Schifffahrtsmuseum.

WW: Woran arbeitest Du aktuell?

VB: Aktuell bereite ich einen Workshop der Netzwerkteilnehmer vor, zu dem wir auch Vertreter der Tourismusbüros einladen, um die touristischen Potenziale des Netzwerkes auszuloten. Außerdem werbe ich Sponsorengelder für eine Ausstellung ein, die wir im nächsten Jahr zeigen wollen.

Zeichnung von Age Nissen - Das Werk des Künstlers wurde von Vincent Büsch im Museum inventarisiert.  Bild: Flensburger Schifffahrsmuseum

Zeichnung von Age Nissen – Das Werk des Künstlers wurde von Vincent Büsch im Museum inventarisiert.
Bild: Flensburger Schifffahrsmuseum

WW: Wie stellst Du Dir Deine Zukunft nach dem Volontariat vor? Möchtest Du in der Museumsbranche bleiben?

VB: Ich könnte mir vorstellen, weiter im Museum zu arbeiten, es gibt aber wichtigeres für mich. So würde ich für einen neuen Job nur ungerne meinen Wohnort wechseln. Auch würde ich nicht für jedes Museum arbeiten (können), da ich mich nur für bestimmte Dinge interessiere.

WW: Lieber Vincent, herzlichen Dank, für Deine Einblicke in Deine vielseitigen Tätigkeitsfelder! Da ich schon das Glück hatte, mir “Dein” Museum anzugucken, kann ich nur sagen: Eine Reise nach Flensburg und in das wunderbare Schifffahrtsmuseum lohnt sich!

Vincent Büsch (35) studierte an der FU Berlin Geschichte und Kunstgeschichte. Er war drei Jahre im Bereich Marketing für das Staatstheater Braunschweig tätig. Das Volontariat trat Vincent Büsch im Februar 2013 an, sein Vertrag läuft noch bis Ende Dezember 2014. Neben seiner Arbeit im Museum richtete er 2014 die Bundesvolontärstagung 2014 in Hamburg aus.

“Venus im Pelz” aus dem St. Pauli Theater getwittert

Premiere im St. Pauli Theater Hamburg: Venus im Pelz von David Ives.

Die Bühne von "Venus im Pelz" im St. Pauli Theater - kurz bevor es losging.

Die Bühne von “Venus im Pelz” im St. Pauli Theater – kurz bevor es losging.

Sehr gespannt machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Theater Tweetup. Dies fand im St. Pauli Theater Hamburg statt. Livekritik ludt Blogger und Twitterati ein und machte den Abend zu einem äußerst kurzweiligen!

Anika Mauer und Michael von Au gaben ihr Bestes als Thomas und Wanda. Eine verwirrende deutschsprachige Erstaufführung in Hamburg nahm ihren Lauf.

Inhalt

Wanda bewirbt sich um eine Rolle in dem Stück “Venus im Pelz”. Thomas, Regisseur und Autor, gibt Wanda die Chance zum Vorsprechen. Dies tut er – vielleicht unfreiwillig – mit Hingabe, er wird Teil des Stückes, er wird zu Severin, zu Thomas, zur Herrin, zum Sklaven, zur Sklavin.

Die vielen Rollen- und Perspektivenwechsel sind eine Herausforderung, aber eine sehr interessante und spannende! Wer ist wer? Wer ist Herr oder Herrin? Wer ist Sklave oder Sklavin? Wer ist Thomas? Wer ist Wanda?

Die schauspielerische Leistung war einfach grandios! Das Stück war hervorragend inszeniert. Die Dialoge brachten mich zum Schmunzeln, herzhaften Lachen und manchmal zum Nachdenken. Ich war fasziniert, amüsiert und gebannt.

Aus vollem Herzen kann ich “Venus im Pelz” im St. Pauli Theater empfehlen. Das Stück ist so kurzweilig, dass ich verdammt froh bin, dass es keine Pause gab. Ihr hab noch bis zum 8. November die Möglichkeit Euch das Stück in Hamburg anzusehen. Die Karten kosten zwischen 17 und 43 Euro. (Es lohnt sich!)

Anika Mauer und Michael von Au sind zwei fantastische Schauspieler. Sie brachten verkörperten die Rollen auf einzigartige Weise. Es war eine Freude, ihnen zusehen zu dürfen.

Anika Mauer und Michael von Au sind zwei fantastische Schauspieler. Sie verkörperten die Rollen auf einzigartige Weise. Es war eine Freude, ihnen zusehen zu dürfen.

Mehr Infos über das Stück erhaltet ihr bei Wiki: Venus im Pelz.