#artbookfriday | 111 Orte am Nord-Ostsee-Kanal

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Es gibt Bücher, da denkt man im ersten Augenblick “Öhm… wie kann das sein.” Aber ich gehöre zu der Sorte Leser, ich werde dann neugierig und will wissen, was sich dahinter verbirgt. “111 Orte am Nord-Ostsee-Kanal, die man gesehen muss” gehört zu genau der Sorte Buch, über das ich letztens gestolpert bin.

Wie vermutlich vielen anderen auch schoss einem sofort die Frage durch Kopf: Welche 111 Orte? Da oben ist doch nichts! Zumindest war es mein Gedanke, aber in Anbetracht der Twitterreaktionen bin ich vermutlich nicht die einzige. Ich wurde also neugierig, zumal ich schon seit geraumer Zeit in Hamburg wohne und hin und wieder auch ein wenig Zeit in Kiel verbringe, fragte ich mich, was es denn an dem Kanal wohl alles zu sehen gibt. Ich musste also dieses Buch haben, um der Sache auf den Grund zu gehen. Was habe ich bislang im Norden verpasst?!

Natürlich bin ich sofort bei Kiel eingestiegen, was habe ich dort verpasst? Tatsächlich, den Raddampfer “Freya” kannte ich noch nicht (Ort 51), mit Ihr kann man den gesamten Nord-Ostsee-Kanal entlang schippern bis nach Brunsbüttel. Die Fahrtzeit beträgt etwa 8 Stunden, Brunch und Kaffee und Kuchen sind inklusive, die Kosten betragen 73,50 € (möchte man abends wieder zurück nach Kiel fahren, kann man dies direkt dazu buchen, gegen einen Aufpreis von 13 Euro bringt der Bus die Gäste zurück.) Tja, so kann man den Nord-Ostsee-Kanal vom Wasser aus entdecken, eigentlich keine schlechte Grundlage oder kein schlechter Start, um sich näher mit dem gesamten Gebiet zu beschäftigen.
Ein weiterer Ort in Kiel ist die “German Naval Yards Holding” (Ort 52), in dieser Werft wurde die große neue Segelyacht “A” gebaut. Ob die Werft von außen so spannend ist, weiß ich nicht, leider habe ich auf der Webseite nichts gefunden, dass man sie auch als Besucher betreten kann. Schade! (Die Meyer Werft in Papenburg durfte ich einmal besuchen und es war großartig zu sehen, wie ein Kreuzfahrtschiff entsteht.)
Die Hochbrücke (Ort 53) ist definitiv ein Tipp, um einen Blick auf Schleusen vom Kanal zu erhalten. Ich frage mich, auf welcher Plattform ich bereits stand und war sehr beeindruckt von dem Ausblick auf den Kanal und die Schiffsriesen.
Wer auf Shantys steht, sollte sein Ohr an die Türvom Probenraum (Ort 56) legen. Gut, das ist nicht ganz mein Geschmack, mir reichen die Shantys bei Veranstaltungen in Hamburg. Den Ostseekai muss man in Kiel definitiv gesehen haben, man kann ihn auch nicht übersehen, das ist schöne daran. Dort heißt es dann “Traumschiffe bewundern”. Wer im Norden wohnt, den juckt die Ankunft einer Queen Mary 2 vermutlich gar nicht mehr. Kieler Woche, Hafengeburtstag in Hamburg und die Sail in Bremerhaven haben bei mir ihre Wirkung nicht verfehlt (ich bin mittlerweile total “abgebrüht” ;)) und ich bin oft irritiert, wenn hunderte von Menschen vor so einem Luxusschiff stehen, um zu bewundern. Hätte ich vor 15 Jahren vermutlich auch nicht gedacht. Hahaha! 😀

Neben Kiel ist in dem Buch noch das Örtchen Brunsbüttel vertreten, aktuell durch die “Peking” in den Fokus der Medien gerückt. Den Ortsnamen Brunsbüttel habe ich zuvor zwar schon mal gehört, aber was gibt es dort eigentlich, dass man eventuell gesehen haben müsste. Stimmt, dort gibt es einen alten Atommeiler. Nicht besonders attraktiv für einen Ort. Wenn ich mir in diesem Buch die Orte so ansehe, stelle ich fest, dass Brunsbüttel natürlich auch seinen Charme hat, Fachwerkhäuser, Deichidyll mit Schafen. Aber ein Industriepark, verfallene Häuser und Orte wie die Verkehrszentrale der sogenannten “Kanal-Regisseure” interessieren mich nicht besonders.

Bislang stelle ich fest, dass das Buch eher “nice to know” Informationen in sich birgt, die ich bislang nicht wusste. Aber Orte, die ich unbedingt anfahren müsste, habe ich noch nicht gefunden. Also blättere ich weiter durch das Buch und stelle fest, dass es einen Ort namens Ascheffel gibt, dort gibt es eine Kletterwand aus Glas, es sieht so aus, als wäre das absolut nichts für mich, aber für Menschen, die klettern, ist es eine Wand, die man wohl gesehen und erklommen haben sollte. Ebenso fasziniert hat mich der Magnetfeldsimulator in Borgstedt. Überirdich ein völlig unspektakulären Ort, der interessante Teil befindet sich unter Wasser. Dort geht es um magnetische Signaturen von Schiffen, die man vermessen kann (Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, von denen ich noch nie gehört habe und ich nicht wusste, dass so etwas wichtig ist, dass es sogar dem Bund gehört). Was ich tatsächlich gern mal sehen würde, ist der alte Speicher in Achterwehr, den man leider nur von außen besichtigen kann (oder indem man eine Ferienwohnung drinnen mietet), wenn ich alles richtig verstanden habe. Dort gibt es lediglich einen Kanuverleih (!), aber das Gebäude ist absolut spektakulär. Es ist total irres rotes Gebäude, wo man das Gefühl hat, dass dort kleinere Häuser aufeinander gestapelt wurden. Dort wäre ich gern mal für einen Kaffee hingefahren, wenn es dort eins gegeben hätte!

Aber dann finde ich zum Glück noch weitere Orte, die man (oder zumindest ich) tatsächlich richtig besuchen kann wie “Dat lütte Café” (Ort 30) in Burg, das Denkmal “Dusenddüwelswarft” (Ort 34) in Epenwöhrden, “der Herrnhuter Friedhof” in Hanerau-Hademarschen (Ort 43) oder den “Whisky-Krüger” in Holzbunge (Ort 50). Erst letzte Woche habe ich aufgrund eines Geburtstagsgeschenkes darüber nachgedacht, wo man guten Whisky bekommen könnte und siehe da…
Ebenso hat mich wohl die Baumkirche in Neu Duvenstedt (Ort 67) fasziniert. Ein Altar, ein Rednerpult, Stühle und alles mitten im Freien, es sieht auf dem Foto schon sehr idyllisch aus. Hier würde ich bei Sonnenschein auch gern an einem Gottesdienst teilnehmen.
Zum Schmunzeln brachte mich die längste Sitzbank der Welt in Rendsburg. Durch Rendsburg bin ich schon mehrfach mit dem Zug durchgefahren und DAS empfand ich immer als spektakulär, weil die Gleise – kann ich nicht beschreiben, man kann auf jeden Fall auf Rendsburg schauen, wenn mit dem Zug dort entlang fährt und es ist mir Erinnerung geblieben. Aber diese Bank am Kanalufer ist der Knaller und sie ist genau 575,75 Meter lang. ;D Und kaum habe ich das hier geschrieben, entdecke ich auf der nächsten Seite einen Artikel zu dem Eisenbahnbrückenbau. Hihi! Es ist wirklich Hammer, denn die Brücke liegt 42 Meter über dem Wasserspiegel. Sie führt in einer großen Schleife um die Stadt und ist 7,5 km lang (Ort 84).
Nun stelle ich fest, dass auch Rendsburg ein Elektromuseum hat (Ort 90), natürlich bin ich vom Harburger Elektrum total angefixt, weil es so süß ist. Folglich wäre dies auch ein Ort, den ich auf meine To Do Liste setzen würde, sollte ich in Rendsburg mal aus dem Zug aussteigen. ;D

Bei diesem Buch bin ich nun ein wenig hin und her gerissen, einerseits ist es total informativ und drollig, weil man Sachen erfährt, die ich nie im Leben gewusst hätte. Ein paar Orte habe ich mir notiert, die ich bestimmt demnächst mal aufsuchen werde, weil es schön aussah oder spannend klang. Dann gibt es aber auch Orte, die mich überhaupt nicht interessierten. Es ist jetzt kein klassisches Buch, das ich einem Touristen in die Hand drücken würde. Für mich gab es zwei Motivationen, das Buch genauer unter die LUpe zu nehmen, zum einen wollte ich einen Abgleich machen, was meine liebe Familie davon kennt, um zu gucken, wie publik die Orte tatsächlich sind, zum anderen zieht ein Familienteil demnächst in die Wildnis des Nordens, da dachte ich mir, es sei vielleicht ein gutes Geschenk, damit sie sich mit ihrer neuen Umgebung vertraut machen können. Und ich denke, für die ist Buch genau richtig! Die typischen Orte findet man schnell heraus, aber ich habe das Gefühl, dass es in dem Buch auch Plätze gibt, die man sonst nicht so schnell entdeckt hätte.

#Titel | 111 Orte am Nord-Ostsee-Kanal, die man gesehen haben muss

#Autor/Herausgeber | Jochen Reiss

#Verlag | emons: Verlag

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-7408-0133-5

#Seiten | 240

#veröffentlicht | 2017

Das Buch kann man hier bestellen.

#msartville | Eine künstlerische Spielwiese

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Vom 29. Juli bis 12. August 2017 findet das MS ARTVILLE in Hamburg statt. Ich habe bereits vom MS DOCKVILLE zuvor gehört, aber Artville war für mich neu. Dabei findet diese Veranstaltung bereits seit zehn Jahren statt. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, mir die Kunst unter freiem Himmel auf dem Gelände zwischen Industrie und Natur in Wilhelmsburg anzusehen.

Zugegeben, ich war ein wenig zurückhaltend mit meinen Erwartungen, denn schließlich habe ich erst vor ein paar Wochen die Skulptur Projekte gesehen und damit war die Messlatte schon ziemlich hoch. Aber ich wurde überrascht, das Gelände ist groß, aber nicht riesig, insgesamt stellten 21 KünstlerInnen ihre Werke vor und ich war total begeistert. Die Objekte waren toll beschrieben und für mich sehr zugänglich. Es war kein abstrakter Wissenschaftskram, sondern aktuelle Themen, die in den Raum gestellt wurden (im wahrsten Sinne).

Das Gelände hatte seinen Charme, Wiesen, Bäume, kleine Ecken und Nischen machten den gesamten Ort sehr gemütlich und man entdeckte auch manchmal zufällig hinter einem Busch ein tolles neues Objekt. Passend dazu lautete auch das diesjährige Thema „Oasen“. Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen. Auf dem gleichen Gelände fand ein paar Tage zuvor der Vogelball statt. Ein mir völlig unbekanntes Event! Aber die Veranstaltung muss ein Klassiker sein. Ebenfalls auf dem Gelände ist das Lüttville, ein kreatives Sommercamp für Kinder. Und um alles ad absurdum zu führen, gibt es noch das daughterville, ein Festival für Jugendliche. Wie grandios ist das denn bitte? Jede Altersgruppe hat dort sein eigenes kleines Festival! Ich bin noch immer hin und weg und ganz entzückt. Wie bereits erwähnt, findet dort natürlich auch das große MS Dockville statt. Das Gelände bietet eine wunderbare Kulisse für die großen und kleinen Konzerte und die Kunst.

Wir haben heute für den Rundgang etwa eine Stunde benötigt und ich bin an dieser Stelle ehrlich, ich war wegen eines einzigen Künstlers da: Darko Caramello. Ist der Name nicht toll? Aber das Objekt „Abweg“ ist eifnach fantastisch. Ich hatte es in der Zeitung gesehen, dann bei Instagram und für mich stand fest, dass muss ich im Original sehen. Als ich dann noch die vielen anderen tollen Objekte war, stand für mich fest, die Fahrt nach Wilhelmsburg hat sich gelohnt und momentan grübel ich ein wenig, ob ich dieses kleine Kunstfest nicht schöner als Münsters Skulpturen fand. Ich bin selbst von dieser Überlegung überrascht. Der Vorteil von MS Artville ist, alles ist auf einem Platz, man muss keine Objekte großartig suchen, bei Sonnenschein war es dort so idyllisch, es gab zu Essen und zu trinken und man konnte sich zwischendurch einfach auf eine der zahlreichen Sitzmöglichkeiten niederlassen oder auf einem Container über das Gelände schauen.

MS ARTVILLE

Nun folgen ein paar Impressionen, die ich von mitgebracht habe. Viel Spaß beim Durchstöbern der Bilder!

#artbookfriday | POP ART BABY 

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Ich habe ja nun schon das ein oder andere Kinderbuch aus dem Bereich Kunst rezensiert. Aber nun habe ich das erste süße Baby-Buch entdeckt. “My first words with Keith Haring”. Offenbar bin ich letztens blind durch den Shop vom Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) gegangen, aber das Buch habe ich zufällig in Münster im Museumsshop entdeckt. Und das, obwohl ich mir die Keith Haring Ausstellung im MKG angesehen habe. Tzzzzzz… Weiterlesen