#artbookfriday | Kunst mit Torte

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Vor einer Woche bin ich bei einem Spaziergang bei einer kleinen Buchhandlung vorbeigekommen. Schaufenster von Buchhandlungen sind für mich Inspiration pur und immer wieder ein guter Grund, in den kleinen Stuben viel Geld zu lassen… Zufällig entdeckte ich im Schaufenster ein Buch und war verwundert, dass ich zuvor noch nichts davon gesehen oder gehört hatte: Kunst mit Torte.

Wenn das Buch nichts für den #artbookfriday ist, dachte ich mir. Ich recherchierte den Verlag und stellte fest, dass ich den Moritz Verlag bis zu jenem Tag noch gar nicht kannte. Asche auf mein Haupt, denn ein Blick auf deren Webseite zeigte mir, dass sie wunderschöne Kinderbücher haben. Ich schrieb den Verlag an und bat um ein Rezensionsexemplar, schneller als ich gucken konnte, befand sich das Buch in meinem Briefkasten und eines kann ich schon vorweg sagen, dass Buch ist noch viel besser als ich auch nur ansatzweise gehofft hatte.

Kunst mit Torte funktioniert ohne Worte und zeigt die ganz große Kunstwelt auf eine völlig neue Art und Weise und im Rahmen einer wunderbaren Geschichte für die jüngeren Buchfans. Ich bin total vernarrt, denn natürlich musste ich erstmal die Handlung verstehen und mir die Bilder genau angucken. Es geht um einen ganz schrecklichen Traum, eine Ausstellung wird vorbereitet und dann wird ein Bild geklaut. Eine wilde Verfolgungsjagd durch die wunderbaren Landschaften von Van Gogh, Braque, Kandinsky, Dalí, Beckmann oder Hokusai beginnt. Auf jeder Seite versuchte ich zu erraten, welche Künstler und Kunstwerke dort versteckt sind. Ich habe nicht sofort alle erkannt, aber gerade das hat einen Heidenspaß gemacht! Die tanzenden Damen von Kirchner sind großartig, Malewitsch habe ich nicht erkannt, Claes Oldenburg ebenso wenig, aber Hopper sofort.

Die Zeichnungen von Thé Tjong-Khing sind wirklich schön anzusehen und das Buch ist zu einem eigenen wunderbaren Kunstwerk geworden. Dies ist das erste Kinderbuch, was ohne Worte funktioniert und auch den jüngsten „Lesern“ die Kunst auf sehr unterhaltsame Weise nahe bringt. Es ist ein absolutes must-have und alle, die kleine Kinder haben, können sich schon darauf gefasst machen, was sie von mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommen werden. ;D

Jetzt muss ich mir als nächstes noch unbedingt „Hieronymus. Ein Abenteurer in der Welt des Hieronymus Bosch“ ansehen. Thé Tjong-Khing hat offensichtlich seine Berufung gefunden und wurde auch schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

#artbook | Kunst mit Torte

#Autor/Herausgeber | Thé Tjong-Khing

#Verlag | Moritz

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-89565-333-9

#Seiten | 32

#veröffentlicht | 2017

Das Buch kann man hier bestellen.

 

 

#artbookfriday | Wo ist Nils der Eisbär?

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Nachdem ich Euch letzte Woche das Buch “Kein Bock auf Kunst?” vorgestellt habe, gibt es diese Woche ein Buch für die etwas jüngeren Leser, die man gern an die Kunst heranführen möchte. Ich gebe ja zu, ich bin ein riesiger Kinderbuchfan, mein Regal platzt bald aus allen Nähten, wenn das so weitergeht. (Ich finde, Kinderbücher und Krimis ergänzen sich hervorragend bzw. bilden einen wunderbaren Ausgleich.)
Kein Bock auf Kunst war eher eine Handhabung für das Museum. Das bedeutet, wenn man konkret in ein Museum gehen möchte und nicht so recht weiß, wie man sich Museen und Ausstellungen generell erschließen soll. Dies geschiet mit dem Buch auf sehr spielerische Art und Weise.

„Wo ist Nils der Eisbär?“ dagegen ist ein Buch, das man wunderbar auf dem heimischen Sofa durchforsten kann (und wer dann doch noch ins Museum will, sollte eine Reise nach Paris machen, warum? Erklärung folgt sofort.). Der ein oder andere Kunstliebhaber oder MULI (Museumsliebhaber, wie wir gelernt haben) kennt vielleicht die Skulptur “Eisbär” von Francois Pompons. Sie befindet sich im Musée d’Orsay (in Paris). Diese Skulptur ist 1,60 m hoch, 2,50 m lang und wiegt sage und schreibe 2000 Kilo. Hossa! Quasi wie ein echter Eisbär. Dieser süße Eisbär entdeckt die Meisterwerke des Musée d’Orsay und versteckt sich in dem ein oder anderen Bild. Denn was soll man sonst machen wenn ihm “manchmal furchtbar langweilig ist und keine Lust mehr hat, an immer der gleichen Stelle im Museum zu stehen”?

Leider war ich noch nicht in dem Museum – Asche auf mein Haupt! Bei meinem letzten Paris Aufenthalt standen der Louvre und die Fondation Louis Vuitton im Vordergrund. Nun hege ich aber den Wunsch, noch mal nach Frankreich zu düsen, um mir dieses wunderbare Museum anzusehen. Die Meisterwerke von Henri Rousseau, Paul Gauguin, Claude Monet, Alfred Sisley, Auguste Rodin, James Tissot, Gustav Klimt oder Édouard Manet sind einfach wunderbar und das ein oder andere Werk hat man schon mal in einer Sonderausstellung in Deutschland gesehen. In diesen Werken von den großen Künstlern versteckt sich nun der Eisbär – man braucht ein gutes Auge um ihn immer sofort zu finden. Manchmal ist Nils ganz groß, aber manchmal ist er auch ganz winzig in den Kunstwerken. Es ist ein herrliches Suchspiel, bei dem man sich die Kunstwerke sehr genau ansehen muss. Dabei entdeckt man das ein oder andere, was einem zuvor nicht ins Auge gefallen ist. Einige Bilder haben einen ziemlich hohen Weiß-Anteil, das ist mir vorher noch nie aufgefallen oder sind sehr detailreich gestaltet.

“Wo ist Nils der Eisbär?” ist ein wirklich schönes Kinderbuch für die etwas Jüngeren, ohne, dass man sich intensiv mit den Bildern auseinandersetzen muss oder das große Wissen vermitteln will. Es bietet einen leichten Einstieg in die Kunstwelt mit Nils. Natürlich ist es den Eltern überlassen gemeinsam mit den Kindern die Bilder und Nils zu entdecken und ihnen ggf. etwas Kunstgeschichte zu vermitteln, aber das ist wohl bei jedem Buch oder Museumsbesuch so. :O)

PS: Falls man Nils nicht findet, es gibt hinten im Buch auch Lösungen. 😉

#artbook | Wo ist Nils der Eisbär?

#Autor/Herausgeber | Nicolas Piroux

#Verlag | belser

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-7630-2776-7

#Seiten | 48

#veröffentlicht | 2016

Das Buch kann man hier bestellen.

#arbookfriday | Kein Bock auf Kunst?

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Diese Frage muss ich leider hin und wieder durchaus mit einem “Ja” beantworten. Man mag es bei mir kaum glauben, aber nicht jedes Museum haut mich von den Socken. Also muss man sich zu helfen wissen, wie man ein Museum für sich selbst interessant machen kann (wenn es das Museum selbst nicht kann). Viele Museen mögen zwar oft ein umfangreiches Begleitprogramm anbieten, um die Kunst an den Mann oder die Frau zu bringen, aber dafür habe ich selten Zeit und dafür bin ich auch nicht so der Typ. Entweder ich finde Bilder schön und kann mich dafür begeistern oder die Geschichte ist spannend bzw. interessant, sodass ich gern etwas Neues lerne. Aber was ist, wenn nichts von beiden eintrifft? Dann kann man die wunderbare App von Olafur Eliasson nehmen und sich mit Kunstwerken bewusst auseinandersetzen oder man nimmt im Vorfeld ein Buch zur Hand und stellt sich selbst Aufgaben für einen Museumsbesuch. Gut, oft mag dies eine Hilfe für Kinder sein, aber ich nehme auch gern Audioguides für Kinder oder lese lieber die Beschriftungen im Museum für die jüngeren Besucher.

Wie überlebe ich also einen Museumsbesuch, wenn ich so gar keinen Bock habe? Eine Antwort darauf finden Annette Roeder und Katja Bandlow in ihrem Buch “Kein Bock auf Kunst?”. Allein das Inhaltsverzeichnis ist so schön, dass ich es Euch an dieser Stelle zeigen möchte.

Um das Buch wirklich zu verstehen, muss man erstmal ein paar Abkürzungen lernen: AUMU, IMUG, MULI, UNMU. Eine Ahnung, was das bedeuten könnte? Ich bin auf jeden Fall ein MULI*. Als MULI benötige ich dieses Buch natürlich nicht, aber an manchen Tagen sind AUMUs wirklich langweilig und öde. Um sie für mich selbst attraktiver zu gestalten, habe ich dann auch oft einen IMUG dabei (in der Regel ist das mein Mobilgerät, dann nutze ich Snapchat und mache Quatsch). Und, schon eine Idee bekommen, was ein IMUG ist? Welches ist Euer IMUG? (Ok, ich verrate Euch was IMUG ist, im Museum unverzichtbarer Gegenstand.) Wer aber nun partout nicht ins Museum will, sollte sich kluge Vermeidungsstrategien überlegen. Natürlich hält das Buch auch auf diesem Gebiet prima Ratschläge parat. (Klo, Lernen, Krankheit….)

Ob Ihr so wie ich MULIs seid, findet Ihr beim MULI-Sicherheits-Check heraus. Wenn all das geklärt ist, und man nicht um einen Museumsbesuch herum kommt, gibt es nur noch eins zu tun, man sollte eine Kopie der AUMU-Seite oder direkt das Buch mit ins Museum nehmen. Auf zwei Seiten gibt es einen Frage-/Aufgabenbogen, der während des Museumsbesuches auszufüllen gilt. Dabei geht es um Beweisstücke, Ausstellungsstücke, die man ertragen musste, um andere Besucher oder Leidensgenossen und natürlich die Bewertung der Ausstellung bzw. des Museums. Neben den Museumscheck-Bögen gibt es auch noch lustige andere Seiten, um sich einen Museumsbesuch zu versüßen.

Wer häufiger ins Museum geht und Museumsmuffelkinder hat, dem bietet das Buch eine sehr gute Inspiration, wie man einen Museumsbesuch auch lebendig gestalten kann. Natürlich bieten Museen oft ein umfangreiches Begleitprogramm für Kinder an, aber sollte man auf die verrückte Idee kommen und mit seinem Kind alleine an einem Tag ins Museum zu gehen, dann hält dieses Buch auf jeden Fall ein paar prima Ideen parat mit denen es bestimmt Spaß macht, ein Museum zu erkunden.

*Ein MULI ist natürlich ein Museumsliebhaber. 😉 Versteht sich doch von selbst, oder? ODER? Und ein UNMU ist folglich ein unfreiwilliger Museumsbesucher.

#artbook | Kein Bock auf Kunst?

#Autor/Herausgeber | Annette Roeder

#Illustration | Katja Bandlow

#Verlag | Prestel

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-7913-7199-3

#Seiten | 80

#veröffentlicht | 2014

Das Buch kann man hier bestellen.

Herzlich willkommen Museum Barberini

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Seit über einem Jahr habe ich mich auf diesen Tag gefreut, auf die Eröffnung des neuen Museums in Potsdam. Museum Barberini heißt es und befindet sich im gleichnamigen Palais an der Humboldtstraße (am Alten Markt) mitten im Herzen Potsdams. Oder ist es das neue Herz? Die Nachbarschaft des Museums kann sich auf jeden Fall auch sehen lassen, das Potsdam Museum, die Nikolaikirche oder der Landesrechnungshof Brandenburg bilden ein anschauliches Ensemble an sehenswerten Gebäuden. Und genau das macht das neue Museum aus, wie ich im Blogbericht zuvor schon angedeutet habe. Dieser Museumsbau ist im Vergleich zu anderen Bauten der Gegenwart doch ungewöhnlich. Denn es handelt sich hierbei um eine Rekonstruktion des alten Palais, welches vor dem 2. Weltkrieg an ebendieser Stelle stand, nun mit neuester Museumstechnik versehen. Ich habe mich an diesem Palais wirklich erfreut, denn es fügt sich nahtlos in das Stadtbild ein. Kein moderner Bau, bei dem es einen Aufschrei oder Proteste gibt. Nein, ganz im Gegenteil, es ist ein klassischer Museumsbau, wie man ihn von anderen großen Museen kennt (siehe Museumsinsel in Berlin), große, hohe schlichte Räume, einige mit Fenstern versehen andere nicht, bieten optimale Voraussetzungen für Kunstausstellungen.


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Kulturhighligts | Eröffnung der Elbphilharmonie und Museum Barberini

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Letzte Woche war es endlich so weit, die Elbphilharmonie wurde (endlich) eröffnet. Es hat ja nun auch lang genug gedauert. Die Bauzeit wurde um ein paar Jährchen überschritten und die Kosten betrugen nur unwesentlich mehr. Die Zeitung in Hamburg berichtet über nichts anderes mehr, zu erst der Countdown seit dem 1. Januar und nun die Nachberichte. Ich gebe zu, langsam aber sicher zerrt es an meinen Nerven.

Aber kommen wir zu den schönen Dingen der Elbphilharmonie, dem neuen „Leuchtturmprojekt an der Elbe“, dem „Juwel der Kulturnation“, dem „Weltklasse Gebäude“ – apropos – die gleichen Architekten, Herzog und De Meuron, planen gerade das Museum der Moderne in Berlin. Dort war der Aufschrei bei dem Gewinnerentwurf groß. Man liest in den Nachrichten Umschreibungen wie “Scheune”, “ländlich”, “Bierzelt”, “Billigdiscounter” und so weiter. Da fragt man sich, was lief dort schief und was macht die Elbphilharmonie architektonisch so herausragend? Oder haben die Berliner Angst vor einer neuen Elbphilharmonie, wo man doch schon den BER an den Hacken hat. (Kann ich nachvollziehen.) 😉

Die Lichtinstallation zur Eröffnungsfeier war grandios. Im Konzertsaal wurde musiziert und gleichzeitig wurde ein Klangbild auf die Elbphilharmonie geworfen. Als ich diese Bilder im TV, bei Instagram und Facebook verfolgte, war ich zugegebenermaßen wirklich beeindruckt und entzückt und habe mich an dieser Lichtshow sehr erfreut. Ich bin ja ein Freund der Lichtkunst. Die Medien überschlugen sich des Lobes bezüglich der Eröffnung, alle Welt war platt und staunte.

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