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Kurz bevor in Köln alle gänzlich närrisch werden, habe ich mir am viertletzten Ausstellungstag „A bigger picture“ von David Hockney im Museum Ludwig angesehen. Da ich schon mal in Köln war und die Facebookseite vom Kölnischen Stadtmuseum so tolle Bilder gepostet hatte, bin ich auch noch dorthin gestiefelt.

Ich kam, sah und verzweifelte. Anders kann ich meine Ankunft im Museum Ludwig nicht beschreiben. Natürlich hätte ich es wissen müssen. Ich ärgere mich über mich selbst am meisten. Aber dass es unter der Woche dermaßen voll ist, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Zig Schulklassen und noch mehr Rentner fluteten das Foyer des Museums. Die Warteschlange an der Kasse war genauso entsetzlich lang wie an der Garderobe.

Museum Ludwig Foyer-

Was tun? Verzweifelt schaute ich mich im Raum um und stellte mich brav an. Personen aus der Nachbarwarteschlange regten sich fürchterlich darüber auf, dass es keine Gruppenkasse gab. Dem konnte ich innerlich nur zustimmen. An der Kasse wurde ich ziemlich schnell abgefertigt und musste noch nach einem kleinen Ausstellungsheft fragen (wie gut, dass mir vorher jemand verraten hat, dass es dieses für 1,- Euro gibt). Nachdem ich mein Infoheft erworben hatte, guckte mich bereits die nächste Warteschlange an: die Garderobe. Normalerweise nutze ich liebend gern Schließfächer, aber diese sind im Museum Ludwig oftmals defekt. An diesem Tag waren selbstverständlich auch alle belegt. Nach 5 Minuten und kein Stück Bewegung gab ich auf.

Heft_Hockney

Ich ging mit Sack und Pack in die Ausstellung. Ich würde jetzt gern schreiben, genauso schnell wie ich drinnen war, war ich auch wieder draußen, aber das stimmt nicht ganz. (Ich war schneller draußen.) In Windeseile habe ich das Heftchen überflogen, guckte mir kurz die Arbeiten an und wollte nur noch raus.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Werken der vergangenen zehn Jahre. Diese Werke setzen sich mit der Landschaft East Yorkshire auseinander, eine ‚fast‘ klassische Landschaftsmalerei könnte man meinen. Aber Hockney nutzt verschiedene Mittel, um die Landschaften darzustellen, so entdeckte er für seine Arbeiten unter anderem das iPad.

iPads an den Wänden zeigten, wie die Werke Hockneys entstanden sind. Spannend, wenn man sich eine Inszenierung/Umsetzung vollständig angesehen hat. Wobei die letzten Details kaum noch wahrnehmbar sind. Man merkt nur, es hat sich etwas verändert. Diese Art, dem Besucher zu zeigen, wie ein Künstler arbeitet, war mir gänzlich neu und fesselte mich. Es vermittelte dem Besucher, dass man es nachmachen könne. (Jetzt benötige ich nur noch ein iPad dafür.😉 )

Die großformatigen Werke haben mich beeindruckt, aber nach dem dritten Raum hatte ich das Gefühl, dass sich alles wiederholt. Vielleicht wäre ein Audioguide in dieser Ausstellung sinnvoll gewesen.

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Nach kurzer Zeit verließ ich das Museum. Es war mir einfach zu voll. Ich entschied mich, für eines der „kleineren“ Häuser in Köln und suchte das Kölnische Stadtmuseum auf. Wieso ich ausgerechnet das Haus aufsuchte hatte einen besonderen Grund: Ralf König oder „Das Ursula-Projekt“.

Im vergangenen Jahr durfte ich Ralf König bei einer Lesung/Diskussion im Literaturhaus Hamburg live erleben. Mir hat seine Art und das, was er sagte, gefallen. Ich bin ein kleiner Fan seiner Bücher, Zeichnungen und Knollnasen geworden. In diesem Fall setzt sich Ralf König mit der Geschichte der „Heiligen Ursula, die Stadtpatronin Kölns“ auseinander.

„Erste Skizzen, Federzeichnungen und mit Sepia lavierte Fassungen geben Einblicke in die Entstehung der Comics – ergänzt durch Zeichnungen seiner künstlerischen Vorbilder wie Claire Bretecher oder Charles M. Schulz, vor allem aber durch historische Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus dem Wallraf-Richartz-Museum, der Basilika St. Ursula und dem Kölnischen Stadtmuseum.“ (Kölnisches Stadtmuseum)

Eine wunderbare Ausstellung für die man Zeit zum Lesen einplanen sollte. Leider ist diese Ausstellung nur noch bis zum 9. Februar 2013 zu sehen. Wenn man sich fragt, wie man alte Geschichten wieder lebendig werden lassen kann, dann klappt es mit den Zeichnungen von König sicherlich. Eine gelungene Mischung alter Kunst und Knollnasen.

Elftausend Jungfrauen.
Ralf König.
Das Ursula-Projekt

Schöne Ausstellung, schöner Flyer, schöne Bücher.