Schlagwörter

, , , , , ,

Anzeigen für Kultur bei Google kosten Geld…
…oder auch nicht!

Viele Museen oder Kultureinrichtungen haben zu wenig Geld für die Schaltung von Anzeigen, Plakaten, City-Light Säulen oder Postern – von Online-Marketing ganz zu schweigen. Jeder Cent wird überall dreimal umgedreht bevor er ausgegeben wird. So weit ok. Aber nicht alles was blinkt, kostet Geld!

Online-/SM-Marketing

Homepage, Web-Banner, Suchmaschinen, Facebook, Twitter, Instagram, Blogs oder Newsletter können als Marketing-Instrument im Online-Bereich eingesetzt werden, um Veranstaltungen, Ausstellungen oder Vorträge explizit zu bewerben. Die Reichweite gerade bei den Social Media Kanälen ist oft auf die Benutzer beschränkt, die diesen bereits folgen, sie geliked oder abonniert haben. Wenn es gut läuft, sehen die Freunde der eigenen Follower noch die Hinweise auf die Kulturinstitution und werden über Veranstaltungen etc. informiert.

Google – die meist genutzte Suchmaschine

Die bekannteste und wohl meist genutzte Suchmaschine ist Google. Nicht umsonst heißt es heutzutage „ich google das mal eben“. Googlen als Synonym für die Online-Recherche. Aber wie können Kultureinrichtungen für sich die erfolgreichste Suchmaschine und eines der einflussreichsten Unternehmen nutzen?

Vom Suchen und Finden

Sobald ein Nutzer in dieser Suchmaschine einen Begriff eingibt, erscheinen, je nach Suchbegriff, oben – über den eigentlichen Ergebnissen – und rechts davon Anzeigen. Auch Museen nutzen diese Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Exemplarisch habe ich eine Suche bei Google gestartet. Meine Suchbegriffe lauteten „Museum Chicago“.

Das Ergebnis sah wie folgt aus:

Suchbegriffe bei Google: Museum + Chicago

Suchbegriffe bei Google: Museum + Chicago

Die kleinen gelben Felder zeigen dem User an, dass es sich bei diesen Ergebnissen um Anzeigen handelt. Unter den Top 3 stehen auch meine Lieblingsmuseen in Chicago, das Art Institute und das Science Museum. Aber nun fragt sich vielleicht der ein oder andere, wie können sich Museen diesen Luxus leisten und Anzeigen bei Google schalten?

Die Werbetools von Google: AdWords und Ad Grants

Vermutlich haben viele schon von „AdWords“ gehört. Es handelt sich dabei um das „Online-Werbeprogramm von Google“. Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung für AdWords machen, sondern auf „Google Ad Grants“ hinweisen. Dieses Online-Werbetool ist für „gemeinnützige Organisationen konzipiert“, wie Google es selbst beschreibt.

Als Teilnehmer am Google Ad Grants-Programm erhalten gemeinnützige Organisationen monatlich 10.000,00 $ in Form von kostenloser AdWords™-Werbung, um ihre Ziele und Initiativen auf den Google-Suchergebnisseiten zu bewerben.

Wer kann daran teilnehmen?

Google macht klare Vorgaben: hier die Teilnahmeberechtigung. Im Vordergrund steht dabei die Gemeinnützigkeit einer Organisation. Anzeigen führen zur eigenen Domain, das Google-Konto muss aktiv verwaltet werden und „in Deutschland sind Organisationen, die gemäß §§51 bis 68 der Abgabenordnung von der Körperschaftssteuer befreit sind, zur Teilnahme am Google Ad Grants-Programm berechtigt“.

Offene Fragen

Meines Erachtens, handelt es sich doch bei den meisten Museen um gemeinnützige Organisationen. Oder? Desweiteren frage ich mich: Gibt es Museen in Deutschland, die bereits an dem Programm von Google teilnehmen? Gibt es Erfahrungen? Oder ist das noch völlig ungenutztes Potential? Ich habe bislang in keinem Forum, in keiner Gruppe oder sonst irgendwo davon gelesen, darum bin ich ein wenig verunsichert.

Erfahrungsbericht

Meine Kollegin Linda Herrmann vom Freilichtmuseum am Kiekeberg berichtet über Ihre Erfahrung mit den Nonprofit-Programmen von Google und Youtube auf dem Blog vom Kulturmanagement.net: „Online-Marketing in der Kultur. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg profitiert von Nonprofit-Werbeprogrammen“ „Während es bei der Google Nonprofit-Sparte in den USA bereits einen Zulassungsstopp gibt, profitieren in Deutschland bisher nur wenige Museen von dem Angebot“, stellt Online-Marketingexpertin Linda Herrmann in ihrem Artikel fest.

Während meiner weiteren Recherche bin ich auf zwei interessante Hinweise gestoßen:

Das Loundoun Museum (in Virginia, USA) berichtet: „Google chose the Loundoun Museum as a recipient of its Google Ad Grants programm“. (8.10.2013)

Maren Dougherty (Director of Communications and Marketing, Autry National Center of the American West, USA) bot bereits einen Workshop in diesem Jahr auf der Konferenz „The annual conference of Museums and the Web (2.-5. April 2014)“ zu diesem Thema an: Maximizing Ad Grants, Google’s in-kind advertising program for nonprofits“. Bei Slideshare habe ich eine Präsentation von Ihr zu diesem Thema gefunden: „Ad Value | Pt 2. Google AdWords for Nonprofits“.

Ein spannendes Thema mit viel ungenutztem Potential – zumindest in Deutschland!