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Liebe Meike, einen ganz herzlichen Dank auch an Dich, dass Du an meiner kleinen Interview-Reihe “Irgendwas mit Kultur” teilnimmst und meine vielen Fragen beantwortest. In der letzten Langen Nacht der Museen in Hamburg durfte ich mir bereits „Dein“ Haus – Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe – ansehen und war von der Lage und der wunderschönen Villa völlig angetan. Da ich sehr neugierig bin, was sich auch hinter den Kulissen vor sich geht, freue mich schon sehr auf Deine Antworten.

WW: Nenne drei Hashtags (Begriffe), die Dich und Deine Arbeit kennzeichnen.

MH: Kulturmanagement, Hamburger Stadtgeschichte, Kulturvermittlung

WW: Was hast Du studiert und wo?

MH: Ich habe in Bremen Kunst- und Kulturwissenschaften und –vermittlung studiert und 2013 mit einem Master of Arts abgeschlossen.

WW: Wolltest Du schon zu Beginn Deines Studiums im Museum arbeiten? Wie kam es dazu?

MH: Ich wollte schon immer im Museum arbeiten und interessiere mich besonders für Kunst und Gesellschaft und Kulturgeschichte. Die zeitgenössische Kunst spiegelt, kritisiert und untermauert aus ihrer autonomen Position heraus Gesellschaft. Sie bietet Anknüpfungspunkte für Dialoge und kann gesellschaftliche Prozesse anstoßen. Besonders die Kunst im öffentlichen Spannungsfeld, auch Urban Art, und Raumtheorien haben es mir zum Ende meines Studiums angetan. Diese Möglichkeiten auszuloten und auch zu nutzen hat mich schon immer interessiert. Das Museum bietet als Institution den Ausgangspunkt und die Strukturen für verschiedenste Ansätze und Projekte zur Erforschung und Vermittlung von Kunst und Kultur und ihren Inhalten.

Die wunderschöne Villa, die die Ausstellung der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe beherbergt. © Wasserkunst Hamburg

Die wunderschöne Villa, die die Ausstellung der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe beherbergt. © Wasserkunst Hamburg

WW: Seit wann bist Du Volontär/-in und vor allem wo?

MH: Seit Februar 2014 bin ich Volontärin im Museum der Stiftung Wasserkunst auf der Elbinsel Kaltehofe in Hamburg.

Luftbild der Elbinsel Kaltehofe. © Wasserkunst Hamburg

Luftbild der Elbinsel Kaltehofe. © Wasserkunst Hamburg

WW: Was ist in Deiner Kultureinrichtung zu sehen? (Gibt es Ausstellungsschwerpunkte?)

MH: Das Industriedenkmal beherbergt ein Museum mit Fokus auf die Geschichte des Geländes und der Wasserkünste in Hamburg vom Mittelalter bis heute. Der Naturpark spiegelt als Landartprojekt das Puristische der ursprünglichen Industrieanlage und kontrastiert das umliegende wild-romantische Naturschutzgebiet. Naturschutz ist der dritte Schwerpunkt im Haus.

Führung mit Meike Hartwig auf dem weitläufigen Museumsgelände. © Wasserkunst Hamburg

Führung mit Meike Hartwig auf dem weitläufigen Museumsgelände. © Wasserkunst Hamburg

WW: In welchem Bereich machst Du Dein Volontariat?

MH: Mein Volontariat ist im Bereich Kulturmanagement. Da wir ein kleines und junges Haus sind, gibt es viele Herausforderungen. Ich kommuniziere unsere Veranstaltungen in Print- und Onlinemedien und habe Kontakt zu JournalistInnen, betreue unsere Freiwillige im ökologischen Jahr bei ihrer Arbeit mit Facebook und Newsletter und baue zusammen mit der Hausleitung eine neue Kommunikationsstruktur auf. Im Bereich Besucherbetreuung verbringe ich Zeit im Shop, an der Information und gebe Führungen zu verschiedenen Themen im Museum und auf dem Gelände. Im Bereich Projektmanagement habe ich gerade meine erste Veranstaltung eigenverantwortlich organisiert, das „Fest der Elemente“, das am 03. Oktober auf unserem Außengelände stattfand. Der Mensch hat sich die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft auf verschiedenen Wegen angeeignet und nutzbar gemacht. Ich habe Akteure eingeladen, die den Besuchern auf spielerische, ästhetische und informative Weise neue Zugänge zu den Elementen liefern. Projektplanung liegt mir!

Führung mit Meike Hartwig durch die Ausstellung der Wasserkunst Kaltehofe. © Wasserkunst Hamburg

Führung mit Meike Hartwig durch die Ausstellung der Wasserkunst Kaltehofe. © Wasserkunst Hamburg

WW: Welche Arbeiten sind in Deinem Volontariat vorgesehen?

MH: In Zukunft sollen neue Veranstaltungsformate entwickelt werden und auch die Ausrichtung bezüglich des Kulturprogramms am Haus wird weiter ausgebaut. In dem Rahmen werde ich sicher die Möglichkeit haben, mich mit rechtlichen, konzeptuellen und inhaltlichen Fragen auseinander zu setzen.

Innenansicht des Museumskubus - Neubau von Andreas Heller Architects & Designers. Bild Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

Innenansicht des Museumskubus – Neubau von Andreas Heller Architects & Designers. Bild Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe

WW: Wie stellst Du Dir Deine Zukunft nach dem Volontariat vor? Möchtest Du in der Museumsbranche bleiben?

MH: Mit dem Management-Volontariat ergänze ich mein wissenschaftliches Studium und ökonomische und planerische Aspekte. Idealerweise werde ich danach eine halbe Stelle an einem Museum bekommen, die mir gleichzeitig die Möglichkeit bietet, zu arbeiten und zu promovieren.

WW: Liebe Meike, herzlichen Dank für Deine Antworten.

Meike Hartwig (30) studierte an der Universität Bremen Kunst- und Kulturwissenschaften. 2010 startete sie in den Master-Studiengang der Kunst- und Kulturvermittlung und schloss diesen 2013 ab.