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Zufälliger Besuch des Bucerius Kunstforums in Hamburg

Mein Besuch des Ausstellungshauses liegt schon ein paar Wochen zurück, eher zufällig stolperte ich in die Ausstellung „Pompeji. Götter, Mythen, Menschen“. Der Flyer zur Ausstellung hing schon seit dem Sommer über meinem Schreibtisch also nutzte ich die Gunst der Stunde und schaute mir die Ausstellung in Ruhe an.

Erwartungen

Ich hatte keinen blassen Schimmer, was sich hinter dem Titel verbarg, eher eine Vermutung: Ich erwartete wohl in erster Skulpturen eventuell noch ein paar Gemälde. Das Ausstellungsdesign überraschte mich jedoch.

Die Ausstellung

Im Obergeschoss stand das Thema Gärten im Mittelpunkt. Zumindest kann ich mich daran noch sehr gut erinnern. Als Besucher bekam ich eine gute Vorstellung davon, wie Gärten damals ausgesehen haben könnten und wie die Wohnräume die Abbildungen von Gärten eroberten.

Deutlich spektakulärer war das Erdgeschoss, der zweite Teil der Ausstellung. Ein Teil des Hauses des Kitharaspielers (Kithara = Saiteninstrument) wurde im Kunstforum im Grundriss angemutet. Diese Idee fand ich sehr gut, ebenso wie die Umsetzung. So konnte ich mir vorstellen, wie theoretisch eines der größten Häuser Pompejis ausgesehen haben muss. Lagepläne des Antiken Hauskomplexes zeigten, wo ich mich befand und wie riesig die Räumlichkeiten (2700 Quadratmeter, ca. 60 Räume) waren.

Was gab es wirklich zu sehen?

Bronzefiguren, Reliefs, Portraits, Wandmalereien, eine digitale Rekonstruktion des Hauses und einen Film, den ich nicht gesehen habe. Meine Erwartungen wurden also übertroffen.

Was hat mich nachhaltig beeindruckt?

„Die Statue des Apollon Kitharoedus“ aus der Casa del Citarista.
Diese Augen waren unheimlich. Außerdem war die Statue verhältnismäßig groß.
Zudem kam mir der Gedanke bzw. die Frage beim Betrachten auf: Wie viel und was hat diese Statue schon alles gesehen? Denn sie entstand im späten 1. Jahrhundert vor Christi! Über 2000 Jahre alt? Apollon hat sich gut gehalten! Ich gebe zu, dieses Datum und dieser Zeitraum haben mir klar gemacht, vor welch großartigem Schatz ich eigentlich stand.

Die digitale Rekonstruktion

Im Nachhinein macht diese Rekonstruktion Sinn. Im Augenblick meines Ausstellungsbesuches war sie für mich eher verwirrend. Denn die digitale Rekonstruktion befindet sich im Obergeschoss. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch gar nicht mit dem Haus des Kitharaspielers auseinandergesetzt. Ob diese Rekonstruktion digitaler Art wirklich nötig ist? Ich würde sagen: Nein. Das Ausstellungsdesign hatte mich schon längst überzeugt und ich konnte mir den Stadtpalast auf die Art bereits gut vorstellen.

Offene Fragen

Mir stellten sich im Nachhinein noch zwei Fragen, vermutlich hatte ich die Antworten in der Ausstellung gelesen, habe diese aber wieder vergessen. Also habe ich mir die Pressemitteilung des Bucerius Kunstforums durchgelesen und die gesuchten Antworten gefunden.

Warum heißt der Palast „das Haus des Kitharaspielers“?

„Die Casa del Citarista ist benannt nach der dort gefundenen
Bronzestatue eines Apollon, der als Kitharaspieler gedeutet wird.“

Wer war der Besitzer des Hauses?

„Das Haus des Kitharaspielers war über viele Generationen im Besitz der Popidier, die den Hauskomplex immer wieder erweiterten. (…) Die alteingesessene Familie der Popidier gehörte schon früh zu den wohlhabendsten Familien der
Stadt. (…) Viele Mitglieder dieser Familie übten hohe politische Ämter aus und traten als Stifter auf.“

Infos zur Ausstellung

Pompeji
Götter, Mythen, Menschen
27.9.2014 – 11.1.2015

Bucerium Kunst Forum
Rathausmarkt 2
20095 Hamburg

Öffnungszeiten
Mo – So
11 – 19 Uhr

Eintrittspreis
9 Euro Erwachsene
5 Euro ermäßigt
0 Euro Besucher unter 18 Jahre

Bucerius Kunstforum