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Im vergangenen Monat schaute ich mir den Film „Das große Museum“ von dem Dokumentarfilmer Johannes Holzhausen an.

 

Ganz ehrlich, ich wusste nicht, was mich erwartete. Ich hatte mich auch überhaupt nicht darauf vorbereitet. Also ging ich sehr unbedarft in den Film und war ein wenig amüsiert über so viel Offenheit des Kunsthistorischen Museums Wien. Die wenigsten Museen würden wohl einem Filmemacher freie Hand lassen.

Im Anschluss an den Film gab es noch eine Gesprächsrunde mit den den beiden Geschäftsführern der Hamburger Kunsthalle und Andreas Zimmermann vom Kunsthistorischen Museum Wien. Mein Held! Andreas Zimmermann beantwortete sämtliche Fragen, dabei kam er sehr sympathisch rüber und es war absolut spannend, diesem Mann zu lauschen, zumal er sich selbst nicht so „bierernst“ nahm wie einige seiner KollegInnen im Film.

Da mir der Film recht gut gefiel, wollte ich wissen, wie der Film von der „National Gallery“ im Vergleich so ist.

 
Auch in diesem Fall handelt es sich um einen Dokumentarfilm im Stil des „Direct Cinema“ – von Frederick Wiseman. Ich gebe zu, dass ich diese Art von Dokumentationsfilm zuvor nicht gesehen habe und auch nicht kannte. Ich finde diese Art auch sehr gewöhnungsbedürftig und ist auch nicht unbedingt mein Fall (aber das ist eine absolut persönliche Meinung, wie alles andere hier auch).

Nun guckte ich mir den Film „National Gallery“ an und war – enttäuscht, gelangweilt, sauer wg. 9,50 Euro, die ich für nichts ausgegeben habe, fragend, suchend, verwirrt und entsetzt, dass ich drei (!) Stunden meines Lebens für einen langweiligen Dokumentarfilm verschwendet habe. Ich weiß nicht so recht, was ich nach dem Film war, aber bei mir sind viele Fragen offen geblieben, die ich gern jemandem gestellt hätte, sei es Herrn Wiseman oder jemandem vom Museum. Ich habe nicht verstanden, worum es in dem Film geht. Mir wurden sämtliche (Standard-)Vermittlungsformate eines Museums vorstellt (für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Direktorenführung, für Blinde und normale Besuchergruppen), die Arbeit der Restauratoren wurde näher gebracht und zwei Ausschnitte aus Sitzungen von irgendwelchen Museumsmenschen, die über die Außenwirkung des Museums und die Beziehungen zu den Besuchern beinhalteten. Aber einen Plot, geschweige einen Spannungsbogen habe ich nicht gefunden. Stattdessen haben sich jede Stunde die Inhalte wiederholt. Nach einer Stunde habe ich krampfhaft den Handlungsstrang gesucht und nicht gefunden. Nach der zweiten Stunde habe ich überlegt, zu schlafen oder zu gehen. In der dritten Stunde war mir schon alles egal.

Da ich bei Twitter von @MuseumTweetup nach einer Liste/Überblick gefragt wurde, lautet nun meine Antwort: Ich kenne nur diese beiden Dokumentarfilme über Museen.
Alle anderen Filme wie „Mr. Turner – Meister des Lichts“ sind Filme über einen Künstler oder gezielt über Sonderausstellungen. Aber speziell über ein Museum sind mir nur diese beiden bekannt und ich weiß, dass ein anderes Museum einen Film plant oder schon dabei ist. Aber ich frage mich gerade, brauche ich noch so einen Film? Meine persönliche Antwortet lautet: Nein.

In dem Film „Das große Museum“ saßen nur Museumsmenschen im Publikum. Bei „National Gallery“ sind so viele nach der zweiten Stunde gegangen, dass dieser offensichtlich viel zu lang war – von den ganzen schlafenden Menschen um mich herum mal ganz abgesehen….