Schlagwörter

, , , , , , ,

Ich starre auf die Werke von Paul Gauguin in der Fondation Beyeler. Eigentlich kann ich es kaum fassen, eine großartige Sonderausstellung zu Gauguin in Basel. Ich habe noch nie eine Werkschau von diesem Künstler gesehen und ich war noch nie zuvor in der Schweiz. Zwei Premieren!

Die Werke von Gauguin sind einzigartig: die Farbintensität, die Ausstrahlungskraft seiner Bilder; es sind Paradiese auf Leinwand festgehalten. Ich fühle mich ein wenig an Macke, Kirchner, Marc und Modersohn-Becker erinnert. Tatsächlich, Gauguin war Vorbild für die Künstlergruppe Brücke – Farben und Formen waren Inspirationsquelle. Ich kann es gut nachvollziehen, ich versinke in den Werken Gauguins. Am liebsten würde ich mich stundenlang in der Ausstellung treiben lassen, aber das ging leider nicht. Denn Dr. Raphaël Bouvier, der Kurator der Ausstellung, führte unsere kleine Gruppe durch die schönen und sehr hellen Räume.

Paul Gauguin

Man merkte, er kennt sich blind in der Ausstellung aus. Er muss sich sehr sehr lange mit diesem Thema auseinander gesetzt haben und er kann (theoretisch) zu jedem Werk eine lange Geschichte erzählen. Er setzt Schwerpunkte in seiner Führung, das finde ich richtig gut. Er kommt schnell zum Punkt und vermittelt uns präzise, worauf es bei Gauguin ankommt. Er lässt sich von unseren Handys nicht sonderlich irritieren, wo die meisten von uns drauf starren und wie wild mittwittern, denn wir dürfen exklusiv fotografieren!

In der Sonderausstellung sind keine Arbeiten auf Papier zu sehen, die Farbenpracht soll gezeigt werden und ich finde, das gelingt der Fondation Beyeler sehr gut. Der Schriftzug der Ausstellung zeigt sehr deutlich und gut die Intention der Ausstellung: Farbe, Farbe, Farbe! Die Ausstellung an sich beginnt sehr klassisch mit einem Selbstportrait.

Leitbegriffe sind unter anderem „Traum und Vision“, erklärt uns der Kurator und zeigt uns die Schlüsselwerke von Gauguin. Einige Figuren tauchen in seinen Werken immer wieder auf, zum Beispiel der Fuchs. Ihn entdecken wir sowohl an der Skulptur „Wolllust“ also auch auf dem Gemälde „La perte du pucelage“ (Der Verlust der Unschuld).

Als wir in Tahiti ankommen ist bei allen die Freude groß – YEAH TAHITI! Ich sehe mich innerlich an einem Strand liegen, um mich herum Palmen und die Sonne strahlt, paradiesische Vorstellungen breiten sich aus. Vermutlich hatte auch Gauguin Vorstellungen von der paradiesischen Insel, die nicht erfüllt wurden. Er fügt in seinen Bildern Maohi-Elemente ein, die es zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr gibt, denn die Christianisierung war schon fast abgeschlossen, als er dort ankam. In seinen Werken schafft er sich sein eigenes Paradies.

Ihr merkt, die Führung war sehr spannend, ich hätte dem Kurator stundenlang lauschen und in den Bildern versinken können. Zu diesen inhaltlich sehr interessanten Geschichten, gab es auch über die Bilder Außergewöhnliches zu berichten:

Ich fragte den Kurator, wie lang die Vorbereitungszeit für die Ausstellung war. Könnt Ihr es abschätzen? Sechs Jahre! Das hat sogar mich verblüfft. Aber die Leihgaben kommen aus der ganzen Welt: Moskau, Buffalo, Dänemark, Palm Beach, New York, Toronto…

Was kann ich noch über die Ausstellung sagen, außer, dass sie absolut sehenswert ist? Kommen wir doch einfach zu den Hardfacts: Atmet noch einmal tief durch! Denn der Eintrittspreis verschlug mir den Atem.

Eintrittspreise
Erwachsene: 28 €/CHF
Ermäßigt: 6 €/CHF
Kinder bis 10 Jahre freier Eintritt
etc.

Ja, wir sind in der Schweiz, das dürft ihr nicht dabei vergessen! Die Preise sind dort normal.

Öffnungszeiten:
Mo-So, 10-18 Uhr
Mi, 10-20 Uhr

FONDATION BEYELER
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen / Basel

 
Katalog:
Preis: 68 CHF/€
230 Seiten
Gebunden
160 farbige Abbildungen
Im Onlineshop erhältlich.
Der Katalog ist gelungen: tolle Abbildungen und die Texte sind verständlich.

Fazit
Trotz des hohen Eintrittspreises, der vermutlich viele auf den ersten Blick abschrecken wird, muss ich sagen, lohnt sich diese Ausstellung. Man sollte sie eventuell nicht an einem Samstag oder Sonntag besuchen, da sie sehr voll ist. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, ist wohl ein Wochentag sinnvoller und man sollte viel Zeit im Gepäck haben und die Bilder lange auf sich wirken lassen. Vermutlich würde ich noch mal mit einer Führung mitgehen, ich mag das lieber als einen Audioguide. Und bei meinem zweiten Rundgang würde ich mir die Kunstwerke ansehen, dazu Musik hören und herumtänzeln! Ich sag nur #GauguinSounds, aber dazu demnächst mehr.
Bucht also einen Tag Tahiti in der Fondation Beyeler, das ist günstiger als ein Flug in die Südsee.

Wie es zu dem Besuch der Fondation Beyeler kam und was es mit dem Hashtag #bsgauguinreise15, #GauguinSounds und #MyParadies auf sich hat, dazu komme ich noch in weiteren Beiträgen. Wenn Ihr neugierig seid und jetzt schon mehr darüber wissen wollt, dann empfehle ich folgende Beiträge und Blogs:

  • Blogreise nach Basel
    13.2.2015 (Wera Wecker)
  • MUSEUM-MARKETING IN DER FONDATION BEYELER: VON HOLLYWOOD-STARS UND INTERNET-MEMES
    14.2.2015 (musermeku)
  • BLOGGERREISE NACH BASEL – PAUL GAUGUIN UND BELLE HALEINE #BSGAUGUINREISE15 – 1
    16.2.2015 (Tanja Praske)
  • MULTIMEDIA IM MUSEUM: GAUGUIN ZWISCHEN SPOTIFY, INSTAGRAM UND TWITTER
    18.2.2015 (musermeku)
  • BLONDERBLOG AUF KULTURREISE!
    18.2.2015 (Blonderblog)
  • Die Fondation Beyeler, Bloggerreisen und das Fotografieren im Museum (#kbreise14 und #bsgauguinreise15)
    18.2.2015 (Tanja Neumann)
  • Bloggerreise nach Basel #bsgauguinreise15
    21.2.2015 (Archivalia)