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Ich war tatsächlich nur zwei Tage im Februar in Basel, aber ich habe Stoff für gefühlt unendlich viele Beiträge von der Bloggerreise #bsgauguin15 mitgebracht. In diesem Beitrag geht es um ein Museum, das bislang in den anderen Blogbeiträgen noch gar nicht groß erwähnt wurde. Die Erklärung ist sehr einfach: In einem Museum für Gegenwartskunst stellt sich oft das Problem, dass man nicht fotografieren darf. Für Blogbeiträge sind Fotos aber wichtig. Bei den meisten Bloggern handelt es sich bei den verwendeten Fotos um eigene Bilder. Ich benutze auch lieber meine eigenen Bilder, dann habe ich kein Problem mit Rechten. An diesem Beitrag hier sieht man, wie auch ich an die Grenzen stoße, wenn man keine eigenen Bilder verwenden darf. Aber davon mal ganz abgesehen war mir das Museum erstmal ein Dorn im Auge. Warum? Gegenwartskunst! Oft verstehe ich die Kunstwerke der Gegenwart nicht, man benötigt ellenlange Erklärungen und von selbst geht da eh überhaupt nichts. Heißt, man braucht eine Führung oder jemanden, der einem die Kunst nahebringt, sonst bringt zumindest mir der Besuch eines solchen Museums nichts.

Museum für Gegenwartskunst Basel

Museum für Gegenwartskunst Basel


Aaaaaaaber im Rahmen dieser Reise bekamen wir eine Führung durch das feine Museum für Gegenwartskunst in Basel. Ich muss sagen, dass ich nach 60 Minuten total begeistert war. Wir erhielten einen Überblick über die Sammlung aus dem Kunstmuseum Basel. Uns wurden die Meisterwerke von „Cézanne bis Richter“ gezeigt (noch bis zum 21.02.2016 zu sehen). Der Hauptbau des Kunstmuseums befindet sich derzeit noch im Umbau, aufgrund dessen werden Werke aus dem Kunstmuseum im Museum für Gegenwartskunst gezeigt. Mir gefiel dieser Überblick in der Ausstellung. Aber besonders angetan haben es mir vier spezielle Werke von einem Künstler.

Photocredit: Kunstmuseum Basel, Foto: Julian Salinas

Photocredit: Kunstmuseum Basel, Foto: Julian Salinas

Gerhard Richter – eindeutig. Aber jetzt könnte man fragen, was soll das Geschmiere? Der Kurator erklärte uns, dass es vier Bilder dieser Reihe „Verkündigung nach Tizian“ gibt. Wie man sieht, werden die Werke von Richter dabei immer „unschärfer“ – fast bis zur Unkenntlichkeit.

Titel: Verkündigung nach Tizian Künstler, Beteiligte: Gerhard Richter Entstehungszeit: 1973 Creditline: Kunstmuseum Basel, erworben mit einer Schenkung einer von Basler Persönlichkeiten gegründeten Gesellschaft an die Öffentliche Kunstsammlung Basel 2014 Photocredit: Marco Blessano Fotografie, Uster

Titel: Verkündigung nach Tizian
Künstler, Beteiligte: Gerhard Richter
Entstehungszeit: 1973
Creditline: Kunstmuseum Basel, erworben mit einer Schenkung einer von Basler Persönlichkeiten gegründeten Gesellschaft an die Öffentliche Kunstsammlung Basel 2014
Photocredit: Marco Blessano Fotografie, Uster

Vorlage für diese Reihe war das Werk von Tizian „Verkündigung an Maria“, 1542-1543 („The Annunciation“). Leider habe ich keine Freigaben für eine Abbildung bekommen (bzw. hatte ich kein Interesse, Geld dafür zu bezahlen). Darum kann ich nur auf den Link der Scuola Grande Di San Rocco hier verweisen: http://bit.ly/1KFxSv3

Vergleicht man das Werk von Tizian mit den Werken von Richter, so hat man das Gefühl, als würde sich Richter immer weiter von Tizian entfernen. Hätte man mir nicht den Titel dieser Werke genannt und auch eine Abbildung von dem Original gezeigt, hätte ich diesen Zusammenhang gar nicht erkannt.

Auf den ersten Blick ist als Anzeichen von Distanz unübersehbar, dass Richter Tizians Bild in Farbgewölk auflöst. (Prof. Dr. Ralph Ubl)

Mich hat diese Entwicklung und dieses Werk sowohl von Tizian als auch von Richter sehr beeindruckt. In der Führung wurde dies neben zig anderen Werken kurz angerissen. Von Prof. Dr. Ralph Ubl, Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte der Universität Basel, habe ich diese Mitteilung im Netz über Richters Verkündigung nach Tizian (1973) gefunden. Ich finde, sie ist lesenswert und verdeutlicht, wie es zu dieser Reihe Richters kam und was es damit auf sich hat.

Der Eintritt für das Museum für Gegenwartskunst ist bis Ende des Jahres frei. „Dies wird möglich dank der Kostenübernahme durch den Fonds für künstlerische Aktivitäten im Museum für Gegenwartskunst der Emanuel Hoffmann-Stiftung und der Christoph Merian Stiftung,“ heißt es auf der Homepage des Museums. Ich wünsche mir auch für Deutschland, dass mehr Förderer einen freien Tag im Monat übernehmen würden, sodass Menschen, die sonst nicht die Mittel für einen Besuch haben, auch die Möglichkeit haben, ins Museum gehen zu können.

Museum für Gegenwartskunst (MGK)
St. Alban-Rheinweg 60
CH-4010 Basel

Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreis
Freier Eintritt bis Ende 2015

Homepage
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Mit diesem Beitrag schließe ich meine erste Bloggerreise #bsgauguinreise15 inhaltlich ab und bedanke mich sehr herzlich bei Basel Tourismus | Art & Design Museums Basel. Danke liebe Nadja, die Organisation war wirklich hervorragend. Mir hat das Programm sehr gut gefallen. Danke schön an die Fondation Beyeler für den netten Empfang, die großartige Führung von Herrn Raphaël Bouvier und die Einblicke von iART in die interaktiven Bücher.