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Die Bühne rockt. Ja, nicht nur Museen sind schön, auch Theaterstücke, Opern, Ballettaufführungen und Kabaretts haben ihren Reiz. Über „Er ist wieder da“ im Altonaer Theater habe ich bereits berichtet. Viele andere Stücke fanden bislang in diesem Blog noch gar keine Erwähnung, weil es einfach viel zu viel ist und ich tatsächlich mit dem Schreiben nicht immer hinterher komme.

Die Italienerin in Algier Hamburger Kammeroper - Allee Theater Foto: Joachim Flügel

Die Italienerin in Algier
Hamburger Kammeroper – Allee Theater
Foto: Joachim Flügel


Vor ein paar Wochen besuchte ich im „Allee Theater Kammeroper Hamburg“ das Stück „Die Italienerin in Algier“. Die Oper ist von Gioachino Rossini. Der Bey von Algier, Mustafa, ist genervt von seiner Frau und will diese durch eine Italienerin ersetzen. Seine Frau will er statt dessen mit einem Sklaven verheiraten. Die Italienerin, der Mustafa zu Füßen liegt, schmiedet jedoch ganz andere Pläne. Die Oper ist sehr kurzweilig und mit schwungvoller Musik untermalt. Bei diesem Stück handelt es sich um eine Opera buffa (eine komische italienische Oper).

In Berlin ging es an Pfingsten ins BKA. Nein, ich wurde nicht festgenommen, unter BKA versteht man in diesen Fall die „Berliner Kabarett Anstalt“. Ich checkte im „Hostel Hermannstraße“ ein und ließ mich überraschen. Denn ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich dort erwartete. HARTZ IV-Empfängerin Edith wurde mehr oder minder plötzlich Hausbesitzerin und erhält nun kein Geld mehr vom Amt. Ihre Sachbearbeiterin rät ihr, ein Hostel aufzumachen. Die Idee fruchtet und wird in die Tat umgesetzt. Die Geschichte mit all den Mitbewohnerinnen und Freundinnen nimmt ihren Lauf. Nach dem Song „Atemlos durch Neukölln“ und dem perfekten roten Kostüm dazu hatte ich nur noch einen Wunsch: Ich wollte Neuköllnerin werden. In dem „Hostel Hermannstraße“ sollten alle Berliner mal übernachtet haben, eine schöne Ode an den „neuen Hipster-Kiez“.

Foto: Jörn Hartmann

Hostel Hermannstraße
Berliner Kabarett Anstalt
Foto: Jörn Hartmann

Eine Woche später folgte dann der Höhepunkt: Eugen Onegin. Eine fantastische Inszenierung nach John Cranko in der Staatsoper Hamburg. Die Oper von Pjotr Iljitsch Tschaikowski umfasst drei Akte, der gleichnamige Versroman stammt von Alexander Puschkin. Tatjana und Olga erblicken ihre Liebsten. Olga ist glücklich mit Lenski. Doch Tatjana ist unglücklich verliebt, denn der Freund von Lenski, Onegin, ist gelangweilt vom Leben und der Liebe. Auf Wolke sieben schreibt Tatjana Onegin einen Liebesbrief, doch er weist sie zurück. Bei einem Fest bringt Lenski Onegin wieder mit. Onegin tanzt mit der Verlobten von Lenski und will ihn eifersüchtig machen. Die Situation eskaliert und Lenski fordert Onegin zum Duell heraus. Lenski stirbt. Jahre später, Tatjana ist mit einem Fürsten verheiratet, trifft sie wieder auf ihre verflossene Liebe Onegin. Er ist diesmal von ihr hin und weg und schreibt ihr einen Brief. Eindringlich wirbt er um die Schönheit. Tatjana, noch immer von ihm angezogen, lässt Vernunft walten. Sie zerreißt seinen Brief und lässt ihn zurück.
Zwischen jedem Akt gab es eine kurze Pause von 15 Minuten. So verging der Ballettabend wie im Flug. Noch nie war ein langer Abend in der Oper gefühlt so kurz. Die Tänzer waren einfach fantastisch! Ballett stellt für mich die höchste Kunst der Körperbeherrschung dar. Hinzu kam ein Bühnenbild, wie ich es mir häufiger für Theater- und Ballettstücke wünsche.

Vier Stücke, so einzigartig in ihren Inszenierungen, so kurzweilig, so verschieden. Zum Nachdenken hielt mich das Stück „Er ist wieder da“ an, zwischen Lachen und Erschrecken saß ich gebannt in meinem Theatersessel. „Die Fremde in Algier“ war ein sehr kurzweiliges Stück, besonders beeindruckt hat mich, wie man im Liegen noch so kraftvoll singen kann, das zeigt von absolutem Können. In das „Hostel Hermannstraße“ wollte ich persönlich nicht einchecken, aber für einen kurzen Moment wollte ich gern Neuköllnerin sein, was für ein Klamauk! Umgehauen hat mich „Onegin“, sowohl was das Bühnenbild als auch die Musik und die Tänzer angingen.

Besten Dank an die Fotografen und an die Häuser für die Pressefotos.