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Immer häufiger höre ich diesen Begriff. Zuerst begriff ich nur Bahnhof. Wovon sprechen die Menschen? Wie heißt das? Wie wird das geschrieben? Dann denke ich immer an meine Oma, die mich auch nicht versteht und mir sagt: Sprich doch mal deutsch mit mir! Wovon sprichst du? Recht hat sie. Ganz oft sitze ich auch mit einem Fragezeichen in irgendwelchen Sessions bei Barcamps oder Tagungen. Normalerweise gucke ich bei Tanja Neumann ins Glossar und lese Begriffe nach, aber dazu habe ich bei ihr noch nichts gefunden (kommt bestimmt noch).

Guck mal - die Stadtgeist App von Karlsruhe

Definition: AR

Ich gucke mal… beim Nachschlagewerk Nummer eins Wikipedia:

Unter erweiterter Realität (auch englisch augmented reality […]) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Jetzt wisst ihr alle Bescheid. Die Frage ist geklärt.😉 Oder auch nicht. Diese Definition ist hübsch, aber ich will das in der Umsetzung sehen. Wie muss ich mir das ganz konkret vorstellen. Das waren Sachen, die mich schon seit Monaten beschäftigen. Bislang sah ich noch nicht ein, mir irgendeine App runterzuladen, um es näher zu testen. Das lag vielleicht auch daran, dass es kein Themengebiet von mir betraf, bei dem ich die Notwendigkeit gesehen hätte, Unmengen von Daten herunter zu laden. Aber im Rahmen der #kbreise15 war es endlich so weit, ich sollte live und in Farbe erleben, was AR (liebevolle Abkürzung) bedeutet.

Beispiel: Stadtgeist Karlsruhe

Die Stadtgeist App von Karlsruhe ermöglicht einen Stadtrundgang, der sich ziemlich spannend darstellt. Aydin Mir Mohammadi, Geschäftsführer bei der bluehands GmbH, erklärte uns die App und führte uns damit durch Karlsruhe. (Natürlich total überflüssig, die App hat uns ja geleitet, aber er erzählte wie es zur App kam und beantwortete artig unsere Fragen.) An einer viel befahrenen Kreuzung blieben wir stehen, weil unser Handy signalisierte, dass wir am nächsten Info-Punkt angekommen sind. Schnell suchte ich den Ort und die richtige Perspektive richtete mein Handy direkt auf die Kreuzung und schon wurde mir das erste Bild angezeigt. Einerseits guckte ich also direkt auf die Kreuzung, dann fokussierte ich auf mein Handy und sah ein Foto das 38 Jahre zuvor an genau dieser Stelle entstand: Der Mord an Siegfried Buback. Am 7. April 1977 wurde der Generalbundesanwalt in seinem Dienstwagen an einer roten Ampel an der Kreuzung Willy-Brandt-Alle und Moltkestraße erschossen.
Die App lieferte zig Informationen zu dem Attentat, besonders spannend war der Bericht der Tagesschau von damals. Je nachdem wie interessant man die jeweiligen Stationen findet, kann man sich also länger oder kürzer mit den Hintergrundinformationen beschäftigen.

Eine App statt Infosäulen

Die Kosten für diese App lagen bei ca. 100.000 Euro. Aber laut Aussage von Aydin Mir Mohammadi war das günstiger als zig Infosäulen in Karlsruhe aufzustellen. Huch! Das hätte ich nicht gedacht, aber schön, mal solche Zahlen zu hören.

Fazit

So eine App macht Spaß, Informationen werden auf verschiedene Arten (Video, Text, Bild) vermittelt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die App kostenlos ist. Ich muss mir keinen klassischen Stadtführer kaufen, der nach 10 Jahren total veraltet ist. Wenn ich mir alles angesehen/angehört habe, kann ich anschließend die App wieder löschen und habe nicht noch ein Buch in meinem Regal rumstehen, in das ich nie wieder reinschauen werde. Außerdem macht es Spaß, durch die Gegend zu flitzen und den nächsten Ort aufzusuchen. Die App kann man gut nutzen, wenn man alleine eine Stadt erkunden möchte. Wenn man zu zweit unterwegs ist, muss man sich das Display teilen oder jeder installiert sie auf seinem Handy und entscheidet, welche Infos einen mehr interessieren.

Die Reise nach Karlsruhe und Basel sowie die Ausstellungsbesuche, Rundgänge und Führungen wurden von der KTG Karlsruher Tourismus GmbH, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und Basel Tourismus organisiert und finanziert. Die Bloggerreise #kbreise15 fand vom 5.-7. Juni 2015 statt.