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Vor ein paar Wochen bekam ich eine Einladung zu einer Bloggerreise, die ich schweren Herzens ausschlagen musste. Der Einladung lag eine Kunst- & Radkarte bei. Das fand ich dermaßen originell, dass ich mir natürlich sofort die gesamte Route anschaute. Ich war hellauf begeistert, denn sie führt von Holzwickede nach Herne (über Dortmund und Castrop-Rauxel). Bei vielen Lesern ploppen jetzt vielleicht die ersten Vorurteile gegenüber dem Pott auf, insbesondere dann, wenn man den wunderschönen Stadtnamen Castrop-Rauxel hört. Nur fürs Protokoll, ich mag die Gegend sehr!

Emscher Kunst-2-4

Weil mir in der Radkarte zu wenig Informationen zum ganzen Projekt waren, musste ich den Katalog dazu haben. Der erste Eindruck: schwer orange! Die Künstlerliste ist exquisit. Dann las ich, wer die Fotos gemacht hat: Roman Mensing und Thorsten Arendt. Roman Mensing machte auch schon für die Skulptur Projekte 2007 und 1997 – grandiose Aufnahmen! Bevor ich mir also auch nur einen Essay durchlas, musste ich mir die Bilder und Objekte ansehen. Dabei entdeckte ich natürlich ein paar Künstler, die mir bei der ein oder anderen Ausstellung schon über den Weg gelaufen sind. Dazu gehört auch Janet Cardiff. Ihre Audiospaziergänge und Klanginstallationen faszinieren immer wieder. Auch diese Installation namens „Forest“ mitten auf einer Waldlichtung stelle ich mir sehr beeindruckend vor, wenn künstliche Geräusche den natürlichen Raum erfüllen, die man vielleicht dort nicht unbedingt erwartet. Diese Installation wurde erstmals auf der documenta (13) präsentiert, nun befindet sich das Werk von Cardiff und Bures Miller in der Brandheide (irgendwo zwischen Röllinghausen, Habinghorst und Pöppinghausen – natürlich an der Emscher).

Als Fan der Lichtkunst war ich sofort von dem Objekt „Schutzhelme“ von Sujin Do begeistert. Man stelle sich zig Schutzhelme aus dem Bergbau vor, diese zusammengebunden zu einem riesigen Knäuel. Da die Schutzhelme vorne die klassischen Grubenlampen haben, ergibt dies zusammen eine großartige Schutzhelmlampe. Ja, Ihr könnt mich gern für verrückt halten, aber auf dem Foto sieht es toll aus und auch dieses Objekt hätte ich zu gern live gesehen. Achtung, es befindet sich im Kohlebunker der Kokerei Hansa (bei Huckarde) und ist nur im Rahmen einer Führung zu sehen. Aber lohnt sich bestimmt!!!

Ich könnte vermutlich noch so einige Objekte aufzählen, die es mir total angetan haben, sei es das Zelt von Ai Weiwei, der Zauberlehrling von Inges Idee, der mich sofort zum Schmunzeln brachte, oder die Urban Space Station von Natalie Jeremijenko. Der Katalog ist eine prima Vorbereitung für die Radtour und man sollte ihn unbedingt lesen, um die einzelnen Kunstwerke zu verstehen. Auf diese Weise ergibt sich auch eine individuelle Route, denn ich würde vermutlich nicht alles ansehen wollen, sondern nur das, was es mir besonders angetan hat, was mich fasziniert und beeindruckt.

Folglich lautet mein Tipp für den Sommer:
1. Emscher Kunst Katalog kaufen
2. Emscher Kunst Katalog lesen
3. Sich überlegen, welche Objekte man sehen möchte
4. Kunst- & Radkarte besorgen
5. Reifen vom Rad aufpumpen
6. Proviant einpacken
7. Und los geht’s!

Unterwegs viele Fotos machen, posten und den Hashtag #entdeckediekunst verwenden!

Da Tanja in ihrer aktuellen Blogparade nach einem #KultTrip fragt, ist die Antwort in diesem Fall recht einfach: Emscher Kunst 2016! Auf nach NRW!

Außerdem ist heute #artbookfriday!

#artbook | Emscher Kunst

#Sprache | Deutsch / Englisch

#Verlag | Kerber Verlag

#ISBN | 978-3-7774-2588-7

#Seiten | 168

#Erscheinung | 2016

Hier erhältlich.