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Aktuell ist im Städel Museum die Ausstellung “Geschlechterkampf” zu sehen (noch bis zum 19.3.2017). Das Museum beleuchtet dabei den Zeitraum von 1850 bis 1950. Eine spannende Zeit in der sich viel verändert hat; und auch heute gehen die Diskussionen zu diesem Thema weiter. Frauenquote, Männerquote, Gehälter im Vergleich, Hausfrau, Hausmann, die Liste der Themen bezüglich Geschlechterrollen ist sehr lang. Gerade in der Zeit nach 1950 hat sich viel verändert. Denn erst seit 1959 gibt es kein Familienoberhaupt mehr! Oder man denkt an die Möglichkeit der Eheschließung von Mann und Mann oder Frau und Frau), leben wir gefühlt noch in der Steinzeit.

Nun schreiben wir das Jahr 2017 – 58 Jahre später – was ist aus der Gleichberechtigung geworden? Zu meiner Studienzeit war das Thema “Gender” immer wieder Bestandteil von Seminaren, sowohl im Bereich Literaturwissenschaft als auch im Fachbereich Erziehungswissenschaften. An einigen Universitäten gibt es separate Zentren für Geschlechterforschung (Gender Studies), dazu gehören die Universität Bielefeld, die Universität Bremen, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg oder die Humboldt-Universität zu Berlin.

Aber was bedeutet das eigentlich im Alltag? Ich habe mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht und mir diverse Fragen gestellt. Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr diese Fragen ja auch aufgreifen und sie für Euch selbst beantworten.

Wer bügelt die Wäsche?
Wer spült ab oder räumt den Geschirrspüler aus?
Wer fährt das Auto?
Wer erzieht die Kinder?
Wer hat in der Beziehung das höhere Einkommen?
Wer putzt die Fenster?
Wer repariert den defekten Wasserhahn oder übernimmt die handwerklichen Arbeiten?
Wer flickt den platten Reifen am Rad?
Wer trägt die Getränkekisten in die Wohnung/Haus?
Wer geht einkaufen?
Wer plant den Urlaub (und recherchiert)?
Wer geht zum Elternabend?
Wer bleibt zu Hause wenn das Kind krank ist?
Wer hält die Tür auf?
Wer fragt nach dem Weg?
Wessen Nachname ist der Familienname?
(Weiteren Fragen ist ‘“Das Nuf” auf ihrem Blog nachgegangen, dort heißt es “Partnerschaftlich geteilt”.)

Diese Liste kann vermutlich unendlich vorgeführt werden und dient nur als Anregung.
Ich kann für mich nur sagen, ich habe schon lange keine Hemden oder Blusen mehr gebügelt und diese Kleidungsstücke hängen immer gebügelt bei mir Schrank und ich trage sie regelmäßig! Ich habe noch nie einen Platten an einem Rad selbst geflickt, auch wenn mein Vater mir das schon zig Mal erklärt hat und ich zugeschaut habe. Ja, ich putze Fenster, aber zu selten als ich es mir zuschreiben könnte, dass ich auf der anderen Seite der Glasscheibe noch etwas erkennen kann. Immerhin, ich fahre regelmäßig selbst Auto, halte Mitmenschen die Tür auf und frage andere Menschen oder Google nach dem Weg (vermutlich fragen jetzt auch Männer häufiger nach dem Weg, seit es Google Maps auf dem Smartphone gibt).
Ich baue gern Schränke zusammen, meide aber alles, was mit Elektronik zu tun hat. Und bezüglich Einkommen – ich arbeite in der Kulturbranche. Was glaubt Ihr? 😉
Ich gehe gern in den Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen, ausgiebige Shoppingtouren (Kleidung) meide ich hingegen. Die finde ich blöd, weil ich nie etwas finde.

Es ist also sehr Gemischt bei mir. Einige Sachen sind wohl “typisch”, andere hingegen, die man sich vor 40 Jahren vermutlich noch nicht hätte vorstellen können. Ich bin dankbar dafür, dass ich mich in meinen Rollen (als Frau, Tochter, Online-Mensch, Blogger, Twitterati, Nichte, Enkel und so weiter) ausleben darf.

Und nun höre ich in voller Lautstärke “Männer” von Herbert Grönemeyer! Das muss jetzt einfach sein, nachdem ich so lange über das Thema nachgedacht habe! 😀 Und schwelge in Erinnerungen bei diesem Konzert! Und jetzt seid Ihr dran: #LetsTalkAboutSexes

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