Schlagwörter

, ,

Diese Frage muss ich leider hin und wieder durchaus mit einem “Ja” beantworten. Man mag es bei mir kaum glauben, aber nicht jedes Museum haut mich von den Socken. Also muss man sich zu helfen wissen, wie man ein Museum für sich selbst interessant machen kann (wenn es das Museum selbst nicht kann). Viele Museen mögen zwar oft ein umfangreiches Begleitprogramm anbieten, um die Kunst an den Mann oder die Frau zu bringen, aber dafür habe ich selten Zeit und dafür bin ich auch nicht so der Typ. Entweder ich finde Bilder schön und kann mich dafür begeistern oder die Geschichte ist spannend bzw. interessant, sodass ich gern etwas Neues lerne. Aber was ist, wenn nichts von beiden eintrifft? Dann kann man die wunderbare App von Olafur Eliasson nehmen und sich mit Kunstwerken bewusst auseinandersetzen oder man nimmt im Vorfeld ein Buch zur Hand und stellt sich selbst Aufgaben für einen Museumsbesuch. Gut, oft mag dies eine Hilfe für Kinder sein, aber ich nehme auch gern Audioguides für Kinder oder lese lieber die Beschriftungen im Museum für die jüngeren Besucher.

Wie überlebe ich also einen Museumsbesuch, wenn ich so gar keinen Bock habe? Eine Antwort darauf finden Annette Roeder und Katja Bandlow in ihrem Buch “Kein Bock auf Kunst?”. Allein das Inhaltsverzeichnis ist so schön, dass ich es Euch an dieser Stelle zeigen möchte.

Um das Buch wirklich zu verstehen, muss man erstmal ein paar Abkürzungen lernen: AUMU, IMUG, MULI, UNMU. Eine Ahnung, was das bedeuten könnte? Ich bin auf jeden Fall ein MULI*. Als MULI benötige ich dieses Buch natürlich nicht, aber an manchen Tagen sind AUMUs wirklich langweilig und öde. Um sie für mich selbst attraktiver zu gestalten, habe ich dann auch oft einen IMUG dabei (in der Regel ist das mein Mobilgerät, dann nutze ich Snapchat und mache Quatsch). Und, schon eine Idee bekommen, was ein IMUG ist? Welches ist Euer IMUG? (Ok, ich verrate Euch was IMUG ist, im Museum unverzichtbarer Gegenstand.) Wer aber nun partout nicht ins Museum will, sollte sich kluge Vermeidungsstrategien überlegen. Natürlich hält das Buch auch auf diesem Gebiet prima Ratschläge parat. (Klo, Lernen, Krankheit….)

Ob Ihr so wie ich MULIs seid, findet Ihr beim MULI-Sicherheits-Check heraus. Wenn all das geklärt ist, und man nicht um einen Museumsbesuch herum kommt, gibt es nur noch eins zu tun, man sollte eine Kopie der AUMU-Seite oder direkt das Buch mit ins Museum nehmen. Auf zwei Seiten gibt es einen Frage-/Aufgabenbogen, der während des Museumsbesuches auszufüllen gilt. Dabei geht es um Beweisstücke, Ausstellungsstücke, die man ertragen musste, um andere Besucher oder Leidensgenossen und natürlich die Bewertung der Ausstellung bzw. des Museums. Neben den Museumscheck-Bögen gibt es auch noch lustige andere Seiten, um sich einen Museumsbesuch zu versüßen.

Wer häufiger ins Museum geht und Museumsmuffelkinder hat, dem bietet das Buch eine sehr gute Inspiration, wie man einen Museumsbesuch auch lebendig gestalten kann. Natürlich bieten Museen oft ein umfangreiches Begleitprogramm für Kinder an, aber sollte man auf die verrückte Idee kommen und mit seinem Kind alleine an einem Tag ins Museum zu gehen, dann hält dieses Buch auf jeden Fall ein paar prima Ideen parat mit denen es bestimmt Spaß macht, ein Museum zu erkunden.

*Ein MULI ist natürlich ein Museumsliebhaber. 😉 Versteht sich doch von selbst, oder? ODER? Und ein UNMU ist folglich ein unfreiwilliger Museumsbesucher.

#artbook | Kein Bock auf Kunst?

#Autor/Herausgeber | Annette Roeder

#Illustration | Katja Bandlow

#Verlag | Prestel

#Sprache | Deutsch

#ISBN | 978-3-7913-7199-3

#Seiten | 80

#veröffentlicht | 2014

Das Buch kann man hier bestellen.

Advertisements