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Arbeiten, Familie, kochen, putzen, wo bleibt da eigentlich die Kultur? Da ich (fast) jeden Morgen die #museumsnachrichten twittere, versuche ich auf diese Art auf dem Laufenden zu bleiben und verschaffe mir einen Überblick über die vielfältige Kulturlandschaft in Deutschland. Das ist gar nicht so einfach bei über 6000 Museen. Jeden Morgen überrascht mich mindestens ein Museum, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Meistens handelt es sich dabei um ein kleines Heimatmuseum oder einen Verein, die weniger im Netz vertreten sind. Dann schmunzel ich oft und freue mich, wieder einen neuen Namen aufgeschnappt zu haben. Oder ich lese von einem neuen Museum, das gerade frisch eröffnet hat wie zum Beispiel das Yves Saint Laurent Museum in Paris und kurze Zeit später in Marrakesch. Twitter nutze ich für mich in diesem Fall als großes Notizbuch. Unter dem Hashtag #museumsnachrichten sammel ich all diese Artikel, die mich persönlich interessieren.

Aber dies ist ein kleiner Teil meiner privaten Zeit, die ich in Kultur investiere. Hin und wieder, wenn es zumindest die Zeit erlaubt, besuche ich auch Museen. Zuletzt durfte ich dies mit Führungen in Braunschweig und Magdeburg zum Thema der Reformation machen. Auch wenn mir ein Thema im Vorfeld noch gar nicht zugesagt hat, können Museumspädagogen mich jedes Mal in ihren Bann ziehen, wenn sie mit voller Inbrunst und Leidenschaft dabei sind. Dann ist das Thema völlig egal, ich hänge an ihren Lippen und lausche ihren Worten. Das finde ich einfach großartig! Museumspädagogen, die mich so überzeugen sind einfach klasse.

In der kommenden Woche habe ich mir einen Tag für eine kleine Erkundungsreise im Kreis Dithmarschen freigehalten. Dithmarschen? Ich musste erstmal einen Atlas raussuchen und gucken, wo sich dieser Landkreis genau versteckt (peinlich – nördlich von Hamburg). Offensichtlich war ich noch nie dort, es wird also Zeit, diese Lücke auf meiner Landkarte mit Farbe und Bildern auszumalen. 🙂 Selbstverständlich werde ich auch dort das Landesmuseum aufsuchen und den einen oder anderen Punkt habe ich auch schon auf meiner Liste stehen. Wie es überhaupt zu dieser verrückten Idee kam? Ich habe über ein Buch gebloggt: 111 Orte am Nord Ostsee-Kanal, die man gesehen haben muss. Da ich bislang kaum irgendwelche Orte nördlich von Hamburg kenne, sollte dieses Buch mein neuer Ausgangspunkt werden, Abhilfe zu verschaffen. Ich bin schon sehr gespannt auf meine kleine Reise in den Norden.
Dabei soll es aber nicht bleiben, für den kommenden Monat habe ich schon zwei Ausstellungsbesuche geplant. (Dann führt es mich ins Europäische Ausland – hui ich bin schon sehr gespannt!) Durch die vielen Einladungen, die ich freundlicherweise als Kulturblogger erhalte, darf ich Ausstellungen und Städte sehen, die ich mir ansonsten wohl eher nicht angesehen hätte. Für mich ist dies eine Ehre, leider muss ich einige Reisen oftmals absagen, weil ich nicht immer alles zeitlich unter einen Hut kriege. So muss ich stets weise Ausstellungsbesuche, Bücher oder Reisen wählen. 🙂

Zum Glück darf ich mich in meiner Arbeitszeit noch mehr mit Kultur auseinandersetzen. Bei den Historischen Museen Hamburg betreue ich im Bereich Online-Kommunikation gleich mehrere Museen – ein absoluter Glücksgriff für mich! Denn die Themenvielfalt ist auch hier groß, aktuell sind in den drei großen Häusern die Sonderausstellungen “Melbye. Maler des Meeres” (Altonaer Museum), “Alt-Hamburg – Ecke Neustadt” (Museum für Hamburgische Geschichte) und “Das Kapital” (Museum der Arbeit) zu sehen. Unterschiedlicher könnten Themen wohl kaum sein. Neben den Social Media Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, YouTube) pflegen wir natürlich auch die Webseiten. Meine Kolleginnen kümmern sich noch zusätzlich um die Online-Dossiers, die wir zu ausgewählten Ausstellungen erstellen, oder sind schon mitten in den Planungen für die nächsten Projekte. Es ist also sehr abwechslungsreich und durch Tagungen und Konferenzen gibt es permanent neue Denkanstöße und Ideen, was man noch alles machen könnte. 😉

Neben Museumsbesuchen freue ich mich natürlich auch über einen schönen Theaterabend oder einen Opernbesuch, denn dies ist ebenso Bestandteil unserer wunderschönen Kulturlandschaft und wenn ich nicht vor die Tür kann, dann freue ich mich, wenn ich abends noch ein paar Seiten in einem guten Buch lesen kann. Darum finde ich unser Projekt vom #artbookfriday so toll, denn auch auf diese Art kann man seinen Blick für die Kultur erweitern.

Fazit: Auch wenn ich oftmals denke, dass Kultur bei mir zur Nebensache gerät, weil ich gar nicht aus dem Haus komme und so viele Termine habe, stelle ich bei näherer Betrachtung dann doch fest, dass sich bei mir doch sehr viel um Kultur dreht. Wenn die schönste Nebensache zur Hauptsache wird: Hauptsache Kultur!

PS: Wie bin ich eigentlich auf diesen Beitrag gekommen? Das Archäologische Museum Hamburg rief zur Blogparade auf und so schrieb ich in letzter Minute diesen Beitrag.

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